Rezepte

Von Süden bis Norden und Osten bis Westen: Kaffee wird in vielen Ländern rund um den Globus gern und viel getrunken. Er ist der Klassiker unter den Heißgetränken. Beim Blick in die Tasse stellt man jedoch fest, dass die Art der Zubereitung von Land zu Land variiert. Kaffee ist eben nicht gleich Kaffee – das Angebot an Rezepten scheint schier endlos. Wir haben nachfolgend einige traditionelle Zubereitungsarten verschiedener Nationen zusammengestellt, die auch in Deutschland oft und gern genossen werden.

  • Filterkaffee

    Filterkaffee

    Wer hätte das gedacht: Trotz des Booms von Espresso, Cappuccino und Co. – Filterkaffee ist in Deutschland seit jeher die beliebteste Zubereitungsmethode. Aktuell avanciert er wieder zum absoluten Trendgetränk und mit ihm eine ganze Reihe innovativer Zubereitungsarten und -methoden. Am gängigsten ist jedoch die Nutzung einer klassischen Filterkaffeemaschine oder eines Handfilters aus Kunststoff bzw. Porzellan.

    Bei der Zubereitung mit einem Porzellanfilter wird dieser auf eine Kanne oder Tasse gesetzt, eine Filtertüte eingelegt, mittelfein gemahlener Kaffee eingefüllt (pro Tasse 7 bis 10 Gramm) und heißes Wasser (pro Tasse 125 Milliliter) aufgegossen. Dabei wird zuerst nur so viel in den Trichter des Porzellanfilters gegossen, bis das Kaffeepulver geradeso bedeckt ist. So kann es sich vollsaugen und quellen und die Inhaltsstoffe beginnen sich zu lösen. Erst danach wird das restliche Wasser in kleinen Mengen und mit kreisender Bewegung über das Kaffeepulver gegeben. Die Extraktionszeit sollte bei der angegebenen Menge 2,5 bis maximal 3 Minuten nicht überschreiten. Ist dies doch der Fall, deutet es darauf hin, dass der Mahlgrad des Kaffeepulvers nicht richtig eingestellt worden ist.

    (Tipp: Durch das Anfeuchten der Filtertüte vor dem Aufbrühen öffnen sich die im Papier enthaltenen Poren und lassen mehr Kaffeearomen durch.)

  • Espresso

    Espresso

    Italien ist nicht nur bekannt für sein „Dolce Vita“, sondern ist auch das Heimatland des Espresso, oder wie man ihn dort ganz schlicht nennt: „caffè“. Er bildet die Basis für viele weitere italienische Klassiker, wie z.B. Cappuccino, Latte macchiato oder caffè latte.

    Charakteristisch für einen Espresso ist seine kurze Extraktionszeit (Kontaktzeit von Wasser und Kaffeepulver). Sie beträgt nur 20 bis 30 Sekunden, da der Espresso – anders als der Filterkaffee – nicht langsam gebrüht, sondern in der Espressomaschine unter Druck tassenweise zubereitet wird. Hierfür werden zunächst 7 bis 9 Gramm fein gemahlenes Kaffeepulver in einen Siebträger geben und per Hand mit einem Tamper (Kaffeestempel) gleichmäßig festgedrückt. Anschließend wird der Siebträger in den Brühkopf eingehängt und heißes Wasser (25 bis 30 Milliliter pro Tasse) mit einem Druck von 9 Bar durch das Kaffeemehl gepresst.

    Serviert wird der Espresso in einer konisch geformten, dickwandigen und vorgewärmten Porzellantasse. Sie hält die Crema kompakt und warm, so dass das Getränk seine ideale Trinktemperatur und seinen Geschmack länger bewahrt.

  • Café Crème

    Café Crème

    Der Café Crème, auch bekannt als Caffè Crema oder Schümli, ist eine traditionelle Schweizer Kaffeespezialität und das Gegenstück zum deutschen Filterkaffee. Anders als dieser wird der Café Crème aber nicht gebrüht, sondern nach der Espressomethode, d.h. unter Druck, mit einer Espressomaschine oder einem Kaffeevollautomaten hergestellt.

    Für die Zubereitung werden pro Tasse 7 bis 9 Gramm Kaffeepulver heller oder mittlerer Röstung verwendet – in der Regel eine Mischung aus Arabica- und Robusta-Bohnen. Der Mahlgrad ist deutlich gröber als bei der Espresso-Zubereitung, aber feiner als bei einem Filterkaffee. Die Extraktionszeit beträgt wie bei der Espressozubereitung rund 30 Sekunden, allerdings wird mit 125 Milliliter fast viermal so viel Wasser durch das Kaffeepulver gepresst.

    Übrigens: Seinen Namen verdankt der Café Crème der Tatsache, dass er traditionell mit flüssigem Rahm (französisch: crème) serviert wird.

  • Americano

    Americano

    Amerikaner trinken ihren Kaffee traditionell weniger stark als die Europäer. Im zweiten Weltkrieg gossen sich die in Italien stationierten US-Soldaten daher einfach heißes Wasser in ihren Espresso – so entstand der Caffe Americano.

    Die Zutaten haben sich bis heute nicht geändert: Einfach einen doppelten Espresso (50 bis 60 Mililiter) frisch zubereiten und auf 60 bis 90 Mililiter heißes Wasser gießen – fertig ist die amerikanische Interpretation des italienischen Kaffeeklassikers.

  • Café au Lait

    Café au Lait

    Der Café au Lait stammt aus Frankreich und wird dort traditionell zum Frühstück getrunken. Er besteht zu gleichen Teilen aus Kaffee – entweder ein Lungo (Espresso, der mit 60 statt 30 Milliliter Wasser zubereitet wird) oder einem starken Filterkaffee – und heißer, nicht aufgeschäumter Milch. Serviert wird er in einer großen Schale ohne Henkel (bol).

    Café au Lait wird nicht nur in Frankreich, sondern international genossen. Allerdings unterscheiden sich die Zubereitungsarten und der Name des Kaffeegetränkes von Land zu Land: In Österreich ist die „Melange“ die nationale Variante des Café au Lait, in Deutschland kennen wir ihn als „Milchkaffee“, in Italien gibt es den „caffè latte“, in Spanien den „Café con leche“, in Portugal trinkt man „Galão“ und in den Niederlanden kennt man den Café au Lait als „koffie verkeerd“ („Kaffee verkehrt“).

  • Flat White

    Flat White

    Der Flat White gehört seit ein bis zwei Jahren zu den Trendgetränken internationaler Coffee-Shops. Der Name entstand in den 1980er-Jahren in Australien und Neuseeland.

    Er besteht aus einem einfachen oder doppelten Espresso, aufgeschäumter Milch und sehr wenig Milchschaum. Dieser ist sehr feinporig, cremig und wird flach, in mehreren Lagen in die Tasse gegossen, nicht hoch aufgetürmt. Auf einen Flat White wird nie Kakaopulver gestreut. Stattdessen ziert ein kunstvolles Muster die Oberfläche, das der Barista beim Eingießen der Milch zaubert.

Zubereitungstipps

Neben der Auswahl der richtigen Mischung gibt es viele weitere Faktoren, die den Geschmack eines Kaffees beeinflussen. Nachfolgend haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, die nächste Kaffeepause in den eigenen vier Wänden noch genussvoller zu gestalten.

  • Kaffee richtig lagern: So bleibt er lange frisch.

    Kaffee richtig lagern: So bleibt er lange frisch.

    Damit Aroma und Frische von Kaffee möglichst lange erhalten bleiben, sollte man ihn gut vor Hitze, Luft, Feuchtigkeit und Fremdgerüchen schützen. Am besten bewahrt man die geöffnete Kaffeepackung luftdicht verpackt im Kühlschrank auf – bei längerer Lagerung im Gefrierfach.

    Schon gewusst? Auch Kaffeefilter können fremde Aromen aufnehmen und an den Kaffee abgegeben. Daher sollte man sie nicht in der Umgebung von Gewürzen oder Tee lagern.

  • Dunkel oder hell: Welche Röstung ist für welche Kaffeezubereitung geeignet?

    Dunkel oder hell: Welche Röstung ist für welche Kaffeezubereitung geeignet?

    Kaffeebohnen entfalten erst beim Rösten ihr volles Aroma, je länger der Vorgang dauert, desto dunkler werden sie. Man unterscheidet helle Röstungen, die sich durch einen milderen Geschmack auszeichnen und mehr  Kaffeesäure enthalten und dunkle Röstungen, die ein kräftiges Aroma besitzen. Für die Zubereitung von Filterkaffee empfehlen sich hellere Röstungen, während Espresso traditionell mit dunkleren Röstungen zubereitet wird.

  • Von grob bis fein: Auf den richtigen Mahlgrad kommt es an.

    Von grob bis fein: Auf den richtigen Mahlgrad kommt es an.

    Der Mahlgrad legt fest, wie grob oder fein ein Kaffeepulver gemahlen wird. Grundsätzlich gilt: Je feinkörniger das Kaffeepulver, desto länger braucht das Wasser um hindurchzufließen. Die längere Kontaktzeit verstärkt die Aromen. Für den möglichst idealen Kaffeegeschmack braucht jede Zubereitungsart das richtige Kaffeepulver.

    grob: Für Zubereitungen, bei denen das Kaffeepulver länger im Wasser ist, z.B. beim Einsatz einer French Press. Das Wasser hat ausreichend Zeit, die groben Kaffeepartikel zu durchdringen.

    mittelfein: Für Kaffee, der mit Filterpapier oder einem Stofffilter zubereitet wird.

    fein: Vor allem geeignet für die Kaffeezubereitung mit der Espressomaschine. Hier muss das Wasser in kurzer Zeit viele Inhaltsstoffe aus dem Kaffeepulver lösen.

    sehr fein: Eignet sich für die Zubereitung von türkischem Mokka mit dem Ibrik, einem kleinen arabischen Mokkakännchen.

  • Weich, mittel oder hart: Welche Wasserqualität ist die beste?

    Weich, mittel oder hart: Welche Wasserqualität ist die beste?

    Wasser ist bei der Kaffeezubereitung ein oft vernachlässigter Faktor. Dabei macht es rund 98 Prozent des Inhalts einer Tasse aus. Die im Wasser enthaltenen Salze und Mineralstoffe sind Geschmacksträger des Kaffeearomas. Entscheidend beim Wasser sind zudem Härtegrad und pH-Wert. Schlecht für den Geschmack ist hartes, kalkhaltiges oder gechlortes Wasser. Ideal ist Wasser mit einer Gesamthärte von ca. 4-8°dH (Grad deutscher Härte) und einem ph-Wert 6,5 von 7,5.

    Tipp: Die Qualität von Wasser lässt sich durch den Einsatz eines Haushalts-Wasserfilters deutlich verbessern.

  • Heiß geliebt und warm genossen: So behält der Espresso seine Trinktemperatur.

    Heiß geliebt und warm genossen: So behält der Espresso seine Trinktemperatur.

    Wird ein Espresso zu kalt serviert, schmeckt er bitter und sauer. Daher sollte man die Espressotasse immer vorwärmen (35 – 40 Grad Celsius). Kaltes Porzellan entzieht dem Getränk bis zu 10 Grad Celsius Wärme. Durch die Zugabe von Zucker und das anschließende Umrühren gehen sogar noch einmal 10 Grad Celsius verloren.

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